Georgien hat die Verlegung seiner im Irak stationierten Truppen nach Südossetien mithilfe amerikanischer Flugzeuge begonnen, was den russischen Ministerpräsidenten, Wladimir Putin dazu veranlasste, Washington als ein Hindernis für die Beendigung des Krieges in Südossetien zu bezeichnen.
Der russische UN-Botschafter, Witali Tschurkin, wies bei einer Georgien-Debatte im UN-Sicherheitsrat auf die Ausbildung und Vorbereitung georgischer Truppen durch US- Militärs hin und sagte, Georgien habe mit grünem Licht aus Washington den Militärangriff auf Südossetien gestartet. Tiflis ist der engste Verbündete der USA unter den ehemaligen Sowjetrepubliken und Washington unterstützte mehrfach eine georgische Nato-Mitgliedschaft. Politische Analytiker sind der Auffassung, dass die USA den georgischen Präsidenten zum Krieg gegen Russland angeregt haben. Denn sie wollten die militärische Schlagkraft und Sensibilität Russlands in der Kaukasus-Frage abschätzen. Das ist deshalb wichtig, weil diese Region in den letzten Jahren zum Schauplatz einer amerikanisch-russischer Konkurrenz um den Transport von Energie aus dieser Region nach Europa geworden ist. Durch die beiden Öl- und Gaspipelines, die von Aserbaidschan kommend durch Georgien in die Türkei führen, wird das Land auch für die USA und die EU strategisch interessant.
Nach US-Schätzungen lagern in der Region rund um das Kaspische Meer die weltweit drittgrößten Ölvorkommen. Die Pipelines sind vor allem für die EU wichtig, weil sie die Abhängigkeit von Lieferungen aus Russland reduzieren. Eine weitere Annäherung Georgiens an den Westen würde einen neuen Machtverlust Russlands in der Region bedeuten. Georgien selbst verfügt über keine nennenswerten Öl- oder Gasvorkommen. Aber alles Öl aus Aserbaidschan fließt über dieses Land. Somit liegt es auf der Hand, warum die USA aber auch die europäischen Länder so eindeutig Partei zugunsten des georgischen Präsidenten ergreifen.
US- Verantwortliche bestreiten, dass sie Georgien zum Krieg gegen Südossetien aufgehetzt haben, aber die Reise der US-Außenministerin, Condoleezza Rice, in das Land kurz vor Kriegsbeginn und deren Unterstützung für die Haltung Tiflis sind klare Belege dafür, dass die USA eine Mitschuld an der Eskalation des Kaukasus-Konflikts tragen. Außerdem wurde das gemeinsame amerikanisch-georgische Militärmanöver auf dem georgischen Boden als eine Kriegsvorbereitung verstanden. Als georgische Truppen in Südossetien einmarschierten und die Region dort besetzten, schwieg Washington, nun aber fordert es das Ende der Auseinandersetzungen, weil russische Truppen im Anmarsch sind. Kürzlich erklärte der amerikanische Vizepräsident, Dick Cheney, ganz offen, Georgien sei Verbündeter der USA und der Schritt Russlands dürfe nicht unbeantwortet bleiben. Der russische Ministerpräsident verglich die Ermordung der südossetischen Bevölkerung mit dem Völkermord in der Nazi-Zeit sowie mit dem im Irak durch den irakischen Ex-Diktator, Saddam Hussein und sagte, die georgische Regierung muss als Kriegsverbrecher bestraft werden. Russland empfindet Georgien als US-Vorposten an seiner Grenze. Seit dem Machtantritt Saakaschwilis in Georgien im Jahr 2003 hat sich die ohnehin angespannte Situation noch weiter zugespitzt.
Experten bewerten das harte Durchgreifen Russlands als eine Warnung an den Westen, insbesondere an die USA, die versuchen, Moskau zu schwächen. Der Westen versuchte in den letzten Jahren mit der Nato-Osterweiterung, Inszenierung von farbigen Revolutionen in den ehemaligen Sowjetrepubliken, Moskau zu treffen, es sogar zu demütigen. Putin war in seiner achtjährigen Amtszeit darum bemüht, die Stellung Russlands in den internationalen Beziehungen wiederzuerlangen und es scheint, dass sich dieser Prozess auch in der Amtszeit Dmitri Medwedews fortsetzen wird. Experten sind der Ansicht, dass der Kreml in Konfrontation mit Georgien und seinen westlichen Verbündeten vor einer schwieriger Aufgabe steht und er sich veranlasst sieht, in einem totalen Krieg in der Kaukasus-Regierung zu siegen, um den expansionistischen Zielen der USA in seiner unmittelbaren Umgebung entgegenzuwirken.
Das Zeitalter der Lobby ist vorbei, sie geht an ihrer Gier kaputt, nachdem die Welt daran kaputt gegangen ist. Diese Leute gehen unter, weil sie maßlos sind, ihre Grenzen nicht kennen. I-N.de
russian-georgian war
Nachtrag und Hinweis:
Anfang August begannen georgische Truppen mit der Besetzung von Südossetien! Man soll den Bären (Rußland) weder verharmlosen noch streicheln. Es ist auch sinnlos, den Bären aus sicherer Entfernung zu beschimpfen. Gefährlich aber wird es, den Bären aus Wut und Empörung in die Enge treiben zu wollen.
Hintergründe des Krieges?
Georgien hat die Verlegung seiner im Irak stationierten Truppen nach Südossetien mithilfe amerikanischer Flugzeuge begonnen, was den russischen Ministerpräsidenten, Wladimir Putin dazu veranlasste, Washington als ei...